
Mars, Jupiter und der Südknoten tummeln sich im Löwen, der Mond gesellt sich vorübergehend dazu. Mars verlässt das Trigon zu Neptun und hat am Einheits-Tag die Opposition zu Pluto hinter sich gebracht. Das planetare Geschehen stimmt uns ein auf die Knotenachse Löwe/Wassermann, die uns für die nächsten anderthalb Jahre die Themen präsentiert, die für unsere Entwicklung wichtig sind.
Pluto Wassermann ist der evolutionäre Impuls und steht für die Essenz dieser Entwicklungszeit. Er wird 20 Jahre im Zeichen Wassermann bleiben, das er im November 2024 betreten hat. Seitdem sind wir in einer neuen Ära, was den Impuls betrifft und die Inhalte, die es zu entwickeln gilt. Pluto repräsentiert unsere Seelenabsicht, den Grund unseres Daseins.
Alles, was mit unserer menschlichen Erfahrung zu tun hat, macht sich an der Mondknotenachse und am Mond fest. Darin zeigen sich die Lebenswege und die konkreten Erfahrungen in jedem Moment, die unserer Entwicklung dienen sollen. In dieser Hinsicht steht uns jetzt ein Turbo zur Verfügung, denn Pluto und der Nordknoten, der unsere Lernthemen inhaltlich darstellt, stehen beide im Wassermann. Am 30. November 2027 werden sie sich sogar treffen.
Der tiefgreifende Wandel, der nun ansteht, vollzieht sich gemäß den Wassermann-Gesetzen, die Innovation, Experimentierfreude und dem Wunsch nach Etablierung des Neuen. Das Zeichen Wassermann folgt auf Steinbock, also den Konditionierungen im öffentlichen Raum, den Normen, Regeln und Traditionen. Im Steinbock geht es immer um die gesellschaftlichen Bedingungen, um Form, Verantwortung und Struktur, aber auch um Grenzen und Sicherheit. Am tiefsten Punkt repräsentiert der Steinbock die Bedingungen auf der Erde, die Polarität. Aus der Sicherheitsthematik resultiert oft ein starkes Streben nach Vergangenheit oder nach Werten, die man kennt und die mal Sicherheit gegeben haben: Öffentliche Ordnung und Struktur, gesellschaftliche Institutionen, jede Form von dem, was sich Staat oder Obrigkeit nennt, all diese Aspekte bildet Steinbock ab.
Und nun stellt der rebellische Wassermann das alles in Frage. Diese Rebellion ist notwendig, um sich aus verkrusteten Strukturen zu lösen oder sich von Vergangenem zu trennen – von dem, was nicht mehr dienlich ist und die Entwicklung behindert. Im Wassermann erfolgen solche Trennungen oft mit Blitz und Donner, er steht ja auch für Elektrizität, für alles Atmosphärische.
Der Wassermann arbeitet mit Bildern, wobei es sich um Botschaften des individuellen Unbewussten und der höheren Intelligenz handelt. Dieses Zeichen ist eher abstrakt, es wartet mit mit schwer vorstellbaren Dingen auf wie Doppelbewusstsein, Nähe und Distanz, die wir gerade sehr konkret erleben, da wir uns in einer Phase der zwei Welten befinden: die alte Ordnung inklusive der Steinbock- Sicherheiten schwindet dahin, die neue Ordnung wird jeden Tag sichtbarer.
Wassermann strebt immer nach Innovation und ist dabei unglaublich experimentierfreudig. Um zum Neuen zu gelangen, ist es manchmal auch notwendig, eine Doppelstrategie zu fahren: Man bleibt zunächst im Alten und erschafft sich darin Freiräume, um ausreichende Kapazitäten zur Vorbereitung des Neuen freizusetzen. Sobald das Neue steht, kann man das Alte abhaken, es verlassen und ins Neue gehen.
Die alte Welt ist dabei, sich allmählich abzuschaffen, und die neue Welt beginnt sich zunehmend zu formieren, sie verstärkt ihre Kraft und ihren Wirkungsgrad. Das Doppelbewusstsein wird sich jetzt überall in uns, in unserem persönlichen Leben, aber auch überall auf der Welt manifestieren und zeigen – Wassermann ist ein fixes Zeichen, also von etablierender Qualität.
Mars Löwe Opposition Pluto Wassermann
Mit der Achse Löwe/Wassermann geht es im Persönlichen um unsere Integrität – die Integration all unserer Erfahrungen – und um unsere Kreativität, unseren Persönlichkeitsausdruck, um unsere subjektive Schaffenskraft. Wir bündeln unsere Fähigkeiten und wollen damit brillieren, möglichst außerhalb von Leitplanken und Begrenzungspfosten. Mars hat immer mit Freiheit, Unabhängigkeit und Neuanfang zu tun, aber eben auch mit einem willensstarken, mutigen Streben nach Selbstverwirklichung: Wir wollen unseren ureigenen Ausdruck finden.
In diesem Zusammenhang war die Opposition von Mars Löwe und Pluto Wassermann am 3. Oktober eine Art Prüfstein: Geben wir uns die Selbsterlaubnis zur Subjektivität, zum Persönlichkeitsausdruck?
Der Südknoten bringt unerlöste Löwe-Themen an die Oberfläche. Hierzu gehört die Erlaubnis zur Subjektivität – sich das Gelernte anzueignen und es auf individuelle Weise auszudrücken, anstatt sich an starre Lehren (Steinbock) zu klammern. Dazu verhilft uns der aktuelle Prozess der Dekonditionierung: Wassermann rebelliert gegen verkrustete Strukturen, Normen und Traditionen (Stein- bock), die die persönliche Entfaltung (Löwe) und die Zukunftsgestaltung (Wassermann) behindern. Es ist ein intensiver Prozess der Loslösung von Gelerntem und gesellschaftlichen Zwängen („man muss“).
Wir sind im geistigen Luftelement (Wassermann) immer gern auf der Zukunftsspur unterwegs und auf Innovation aus. Aber im fixen Zeichen Wassermann kann Pluto auch festhalten, z.B. in Form einer fixen Idee. Dabei handelt es sich um eine nach Steinbock-Sicherheiten strebende Manifestation von Wassermann, die sich an alten, vermeintlich bewährten Ideen oder Bildern festhält, um mit ihnen die Zukunft zu gestalten. Wir nennen es die Dinosaurier-Variante des Wassermann, frei nach dem Motto: alter Wein in neuen Schläuchen. Häufig basieren diese Versuche auch auf falschen Prämissen. Herrscher Pluto, Uranus, befindet sich im Zwilling, welcher ein Fan von Theorien, Logik und Arbeitshypothesen ist.
Doch das Hierarchische und Unipolare der Steinbock-Ära ist vorbei, das Kräfteverhältnis und die Organisation der Welt werden zunehmend multipolar und viel dynamischer. Unter Wassermann- Gesetzmäßigkeiten gehen jetzt viele gleichberechtigte Kräfte auf der Basis von gemeinsamen Interessen in Kontakt und in Kooperation.
Mit dieser Opposition von Mars und Pluto müssen wir uns fragen, auf welcher Idee das Bild basiert, mit dem der Mars Zukunft schaffen und Unabhängigkeit entwickeln will. Ist es ein Dinosaurier-Bild oder ist es tatsächlich etwas, mit dem Mars ins Unbekannte streben und etwas wahrhaft Neues entdecken kann?
Individuelle Antworten finden wir, wenn wir uns anschauen, in welche Häuser des persönlichen Horoskops Transit-Mars und -Pluto fallen. Welche Dino-Themen oder Traumata könnten da von Pluto aufgerüttelt werden? Das kann jeder für sich evaluieren. War das Mars-Streben wirklich frei? Schafft es Zukunft? Hat man ggf. etwas eingebaut, was doch wieder alten Strategien aus Erfahrung und Prägung etc. entspricht?
Uranus Zwilling herrscht über die möglichen Dinosaurier-Ideen von Pluto Wassermann und legt die Frage nahe, „wo bin ich ggf. von falschen gedanklichen Voraussetzungen ausgegangen? Welche Logik lege ich dem Ganzen zugrunde, welche Hypothese?Eventuell steckt man wieder in der Konditionierung fest und geht zu scheuklappig vom Gelernten aus, möglicherweise auch von falschen Fakten.
Venus und Merkur im Skorpion
Venus und Merkur sind im T-Quadrat zu Mars-Pluto unterwegs. Diese Konstellation thematisiert – besonders mit der rückläufigen Venus – Überlebensstrategien, Bedingungen, Macht- und Ohnmachtsverhältnisse sowie Loyalitäten.
Diese Konstellation hat Stagnationspotential. Die Venus-Skorpion-Energie vereinnahmt uns durch festhalten in einer Art und Weise, dass wir gezwungen sind in innerer Einkehr die wahren Werte herauszudestillieren. Erst dann erwächst die Mars-Kraft und der Mut zum Neuanfang. Dieser Prozess ermöglicht im weiteren die skorpionische Entscheidung.
Im skorpionischen Sinne festsitzen ist zwar ein sehr unangenehmer Zustand, aber er dient dem herausfinden, was gerade jetzt im Leben besonders wichtig ist und auf Verwirklichung drängt. Venus fragt im Skorpion sehr ernsthaft: „Wo will ich hin? Was ist mein tiefstes Anliegen? Was will ich loslassen?“ Im Verbund mit Merkur: „Welchen Werten will ich dienen?“ Dabei geht es immer auch darum, in Einklang mit dem seelischen Impuls zu sein.
Mit Merkur könnten wir auf Vermeidung bedacht sein und aus tiefer Verunsicherung heraus gegenüber dem Neuen, das sich noch gar nicht so deutlich abzeichnet, eine Erkenntnis relativieren. Trotz alledem – Jeff Green hat im Zusammenhang mit dem rückläufigen Uranus vom „evolutionären Imperativ“ gesprochen. Wir stehen vor einer großen Entwicklungsaufgabe und dieses Neue ist sehr verunsichernd, denn wir kennen es ja noch nicht. Wir erleben nur, dass sich alles mit großer Vehemenz in Frage stellt.
Uranus, der evolutionäre Imperativ, ist Herrscher des Nordknotens im Wassermann, der Pluto zuarbeiten will. Er arbeitet uns in Form einer Fragestellung zu: Wo halten wir möglicherweise etwas getrennt oder auseinander, was eigentlich zusammengehört? Teilen wir etwas auf oder hängen wir uns an Widersprüchlichkeiten auf, die möglicherweise gar keine sind? Wo vernachlässigen wir vielleicht ein gemeinsames Interesse und halten uns mit Widersprüchen auf? Müssen wir unseren Blickwinkel erweitern (Vogelperspektive!), um einen größeren Zusammenhang zu erkennen? Da kann auch wieder jeder für sich selbst überlegen, „was ist denn mein Projekt, was ist denn mein größerer Zusammenhang, den ich entwickeln will?“ Vielleicht hindern wir uns selbst mit irgendeiner Erbsenzählerei, einem Relativieren oder – von der Venus aus betrachtet – mit irgendwelchen Bedingungen, die wir als zwingend erachten? Vielleicht sind die gar nicht so zwingend, sondern wir definieren sie mit Venus- Merkur als solches.
Es ist faszinierend, aber alles arbeitet in diesem riesigen Karussell miteinander.
Mikrokosmos – Makrokosmos
Beziehungen und Weltgeschehen: Die Sonne in der Waage ist gegenüber vom rückläufigen Saturn im Widder. Sie hat als Südknotenherrscher eine erhöhte Bedeutung und betont in diesem Monat das Thema Beziehungen, Begegnungen und das Miteinander.
Saturn Widder fordert zur Klärung von Verantwortlichkeiten in Beziehungen auf und offenbart die Gefahr von Projektionen, Schuldzuweisungen, Verurteilungen und dem Wunsch, andere zu bekehren (Jupiter-Einfluss). Beziehungen sollten von Projektionen, Schuldthemen und ideologischen Diskrepanzen befreit werden. Der Schlüssel zu harmonischen Begegnungen liegt darin, bei sich zu bleiben, den anderen nicht zu missionieren und dessen Eigenständigkeit zu respektieren.
Eine große Herausforderung in Beziehungen ist die Tendenz, den anderen durch das eigene Glaubenssystem zu interpretieren („ich weiß schon, was du sagen willst“), anstatt wirklich zuzuhören (Waage). Dies führt zu Missverständnissen und dem Gefühl, nicht gesehen oder verstanden zu werden.
Saturn ist rückläufig und erweist sich als ein „Bumerang-Saturn“: Unreflektiertes, instinktives Handeln, das dem puren Machterhalt oder der Bestrafung dient (z.B. Sanktionen), wirkt als Bumerang und fällt auf den Initiator zurück, während es die „Bekämpften“ oft eint und stärkt.
Im Miteinander sollten wir jetzt auch den Löwe-Südknoten berücksichtigen, denn ein unerlöstes Löwe-Thema ist das Streben nach Anerkennung. Eine Rolle zu spielen, um Anerkennung zu erhalten, führt letztendlich zu narzisstischer Verletzung, da die Anerkennung nicht auf das wahre Selbst bezogen werden kann, allenfalls auf die schauspielerische Leistung. Vor diesem Hintergrund sollten wir es statt mit Rollenspiel einfach mal mit Authentizität versuchen, auch die lässt sich inszenieren oder fröhlich zelebrieren.

